Verhaltenstherapie

Tipps für das Führen von herausfordernden Gesprächen

Gespräche über belastende oder kritische Themen werden gerne aufgeschoben oder vermieden, da sie unangenehme Gefühle auslösen oder zu Konflikten führen könnten. Manchmal kommt es tatsächlich vor, dass sich ein Problem in Luft auflöst; in vielen Fällen jedoch verschlimmert ein Hinauszögern des Gesprächs die Problematik. Bleiben schwierige Themen ungeklärt, so führt dies langfristig zu anhaltenden Dissonanzen und zum Auftürmen von Konflikten, die sich nicht selten in einem großen Crash entladen. Deshalb ist es ratsam, für anstehende, herausfordernde Gespräche einige Basisregeln der Kommunikation zu kennen, die als Wegweiser fungieren können. In diesem Artikel präsentiere ich dir Tipps, um solche Gespräche mit mehr Sicherheit meistern zu können. Dabei gilt: Übung macht den Meister!

1. Definiere das Gesprächsziel!

Ein erfolgreich geführtes Gespräch beginnt schon bei der Vorbereitung. Nimm dir einen ruhigen Moment und definiere dein Gesprächsziel. Lege für dich ein optimales und ein minimales Ziel fest, für den Fall, dass sich Ersteres im Gespräch nicht erreichen lässt. Diese beiden Ziele solltest du im Verlauf des Gesprächs immer im Hinterkopf behalten. Das heißt, du solltest immer wieder mal darauf achten, ob das, was du gerade sagst oder tust, auch wirklich zielführend ist.

2. Führe das Gespräch unter vier Augen!

Führe Gespräche mit schwierigem Inhalt am besten persönlich, das heißt möglichst nicht am Telefon und immer unter vier Augen. Wer sich vor anderen bloßgestellt oder angegriffen fühlt, geht meist in die Konfrontation- und das willst du ja nicht erreichen ;).

3. Führe das Gespräch an einem passenden Ort!​

Wähle für dein Gespräch einen ruhigen, neutralen Ort. Manchmal hilft es, schwierige Gespräche im Gehen zu führen, da durch die Bewegung die in solchen Situationen freigesetzten Stresshormone besser abgebaut werden können.

4. Achte auf den richtigen Zeitpunkt!​

Sammle Kritikpunkte und Fehler des Gegenübers nicht wie Rabattmarken, um dann alles Gesammelte auf einmal zu präsentieren. Dein Gespräch sollte möglichst zeitnah zum kritischen Ereignis geführt werden, sodass du konkret darauf Bezug nehmen kannst, ohne dabei vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen. Plane dafür genügend Zeit ein. 

5. Achte auf die korrekte Gesprächsführung! ​

Gib bereits zu Beginn einen Ausblick über den Gesprächsinhalt, damit Klarheit besteht. Bleibe dabei sachlich und achte bei der Kommunikation vorallem auf folgende Punkte:

  • Führe das Gespräch immer erst, wenn der eigene Zorn abgeflaut ist, sonst besteht Gefahr, dass die Emotionen mit dir durchgehen. Bedenke immer, dass emotionale Ausbrüche konstruktive Gespräche nahezu unmöglich machen.
  • Suche nicht nach Schuldigen, sondern nach Ursachen, möglichen Erklärungen und Lösungen.
  • Versuche zu verdeutlichen, was ein bestimmtes Verhalten deines Gegenübers in dir ausgelöst hat und wie du dich dabei gefühlt hast.
  • Benenne Fehlverhalten respektvoll, ohne dabei zu werten oder anzuklagen.
  • Zeige Konsequenzen auf, aber drohe deinem Gegenüber nicht.
  • Achte darauf, keine Verallgemeinerungen wie “immer”, “nie” oder “ständig” zu verwenden.
  • Und zu guter Letzt: Werde nicht persönlich und argumentiere nie (wirklich nie!) unter der Gürtellinie!

6. Beachte nonverbale Signale!​

Versuche deinem Gegenüber zugewandt zu sein und halte Blickkontakt selbst wenn dir das Gespräch unangenehm ist. Vermeide nonverbale Abfälligkeiten wie Augenrollen, Schnauben, Gähnen oder aus dem Fenster schauen.

7. Ein gutes Gespräch ist ein Dialog und kein Monolog!​

Versuche deinem Gegenüber zugewandt zu sein und halte Blickkontakt selbst wenn dir das Gespräch unangenehm ist. Vermeide nonverbale Abfälligkeiten wie Augenrollen, Schnauben, Gähnen oder aus dem Fenster schauen.

8. Sei offen für Lösungsvorschläge!​

Im Idealfall wird die Lösung zusammen erarbeitet. Wenn dein Gegenüber miteinbezogen wird oder selbst die Problemlösung findet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich beide Seiten an die getroffene Vereinbarung halten. 

9. Vereinbare Ziele!​

Versuche jedes Gespräch mit einer klaren Zielsetzung abzuschließen. Wenn es in der Situation angemessen ist, bedanke dich am Ende für das konstruktive Gespräch und fasse das Wesentliche noch einmal zusammen. Betrachte jedes herausfordernde Gespräch als Chance sich weiterzuentwickeln. Nimm dir daher selbst noch etwas Zeit, um zu reflektieren, was gut funktioniert hat und was du beim nächsten Mal verbessern oder verändern könntest.